Wandern: Von Thale über die Roßtrappe nach Altenbrak

Der Harz bietet für Wanderfreunde unzählige Wanderwege verschiedenster Level. Für Leute, die etwas anspruchsvollere Strecken suchen, ist die Wanderung von Thale nach Altenbrak sicher etwas empfehlenswertes, denn zumindest der Abschnitt bis zur Roßtrappe hat es in sich.

Auf der Karte ist der Streckenteil von Altenbrak über Treseburg nach Thale gleich mit eingezeichnet.

Die Wanderung beginnt in Thale am Bahnhof. Zuerst folgt man der Straße in Richtung Seilbahn/Sessellift bis zum Verkehrskreisel, gegenüber weiter in die Walther-Rathenau-Straße, vorbei am Hüttenmuseum und dann links abbiegen auf den Gotheweg.

Keine Ahnung ob Goethe da mal entlang wanderte, aber wenn dann hat er damals weder Sessellift noch Kabinenseilbahn noch den Kletterpark und den Abenteuerspielplatz gesehen. Die ersten beiden Sachen liegen rechterhand des Weges, die anderen beiden linkerhand.

HarzwanderungDer Goetheweg führt geradeaus weiter und plötzlich rauscht linkerhand die Bode vorbei. Der Bodewanderweg ist erreicht und Thale hat man hinter sich gelassen. Ein kurzes Stück geht es nun neben der Bode den Bodetalwanderweg entlang, doch dann gilt es rechts abzubiegen auf den Präsidentenweg. Hier beginnt dann der steilste Abschnitt der gesamten Wanderung. Wer den erfolgreich bewältigt, der hat das Schlimmste hinter sich. Aufmerksamen Wanderern wird gleich zu Beginn des Präsidentenwegs links die kleine Höhle ins Auge fallen. Aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet, denkt man sie hätte ein Gesicht und der Höhlenzugang wäre der offen stehende Mund.

Der Weg führt nun durchaus etwas steiler nach oben erst nur geradeaus, dann eine Art S-Kurve hinlegend und dann wieder schnurgeradeaus weiter. Hier kommt man dann auch das erste Mal unter dem Sessellift hindurch und kann einen Blick auf Thale werfen. Knapp 100 Höhenmeter hat man, ausgehend von der Talstation des Sessellifts, bereits überwunden, doch ist das erst der Anfang.

Harzwanderung

HarzwanderungWeiter geht es relativ gerade aus, nur kleinere Kurven und Biegungen sind auf der Strecke enthalten, allerdings ist es immer noch sehr steil. Wenn man die Rosstrappen-Downhill-Strecke erreicht hat, geht der Wanderweg plötzlich in der entgegengesetzten Richtung weiter und das immer noch sehr steil. Einige Kurven, Zick-Zack-Biegungen und ein langes gerade Stück weiter, hat man weitere rund 100 Höhenmeter überwunden und kommt ein weiteres Mal unter dem Sessellift hindurch.

Dahinter macht der Wanderweg eine große S-Kurve, immer noch gehts steil bergan. Aber inzwischen hat der Wanderer das meiste der Steigung schon hinter sich gebracht. Dann beginnt plötzlich ein Abschnitt, der nur im Zick-Zack machbar ist.

HarzwanderungKnapp nach der Hälfte der Zick-Zack-Strecke geht links ein kleiner Stichweg ab. Da gelangt man zur Bülowhöhe. Ein paar Treppenstufen hoch und schon hat man einen beeindruckenden Blick über den Harz und rüber nach Thale und noch darüber hinaus. Je nach Witterungsbedingungen kann man von hier aus die Teufelsmauer und gar Quedlinburg erblicken. Auch kann man so mal ein paar Minuten verschnaufen und das hat man nun sicher eh mal nötig. Aber bitte beachten, oben auf der Aussichtsplattform der Bülowhöhe kann es durchaus etwas windiger sein.

Harzwanderung

Weiter geht es im Zickzack nach oben. Jetzt kann man bereits die ersten Gebäude und damit Zivilisation etwas oberhalb erkennen. Einige Minuten später steht man dann auf dem Bergplateau, wo sich auch gastronomische Einrichtungen befinden.

HarzwanderungVon hier aus gibt es eine ca. 300 Meter lange Stichstrecke zur eigentlichen Rosstrappe. Die kann man nicht verfehlen, denn da laufen so gut wie alle Wanderer lang und werfen am Ende einen Blick auf die Felsen und das Bodetal. Von hier aus kann man auch gut die Wanderer auf dem Bodetalwanderweg auf der anderen Seite beobachten will. Der Weg direkt von der Rosstrappe hinunter ins Bodetal ist aber wegen Steinschlag seit einiger Zeit gesperrt.

Harzwanderung

Nach diesem grandiosen Ausblick kann man vorne auf dem Plateau die Gelegenheit nutzen etwas zu verschnaufen und vielleicht etwas zu essen, denn dort gibt es gastronomische Einrichtungen.

Übrigens, der schwere Teil der Wanderung ist jetzt geschafft. Rund 250 Höhenmeter wurden auf diesem relativ kurzen Stück überwunden.

Vom Plateau folgt man der Straße ein Stück, die hier endet. Da kommt man auch an der Bergstation vom Sessellift vorbei. Ja, man hätte entspannter hier hoch gelangen können, aber wer will das schon. Der Weg geht erstmal noch etwas an der Straße entlang, danach biegt man links in den Wald ab. Weg von der Straße wieder rein in die Natur und das in einem langgestreckten Bogen entlang.

Harzwanderung

In dem selben langgestreckten Bogen geht es dann irgendwann wieder zurück auf die Straße von der man kurz davor abgebogen ist. Aber wenigsten musste man nicht zwingend an der Straße entlanglaufen. Aber nun geht es nur wenige Meter an der Straße entlang. Dann kommt man an eine Straßenkreuzung, überquert die Straße nach halblinks und schon gehts wieder in den Wald hinein und weg von der Straße. Relativ eben und mit wenig Abbiegungen geht es nun geradeaus ein längeres Stück durch den Wald. Nach dem beschwerlichen Aufstieg zur Rosstrappe ist das hier eher was um wieder runter zu kommen und zu entspannen. Dafür gibt es hier auch teilweise Abschnitte, die etwas zerfurcht sind durch Fahrzeuge der Forstwirtschaft. Da muß man dann, sollte es kurz vorher geregnet haben, bissel neben dem Weg gehen, sonst wirds arg schlammig.

HarzwanderungNach einer ganzen Weile kommt man dann wieder an eine Straße und das direkt in einer Kurve. Hier biegt man erst nach links auf die Straße ab (bitte möglichst ganz außen gehen – beliebte Rennstrecke für Motorradfahrer), kommt dann an eine Straßenkreuzung, überquert die Straße nach rechts und biegt dann in einen Waldweg ein. Nicht von der dort befindlichen Schranke abschrecken lassen, die soll nur Kraftfahrzeuge aufhalten, also einfach drum herum gehen.

HarzwanderungHier kommt man jetzt auf einen weiteren recht eben verlaufenen Abschnitt, der teilweise durch eine Lichtung führt und somit ganz anders wirkt als der Weg durch das davor durchquerte Waldstück. Ansonsten gehts jetzt wieder recht eben im Großen und Ganzen geradeaus, teils durch Lichtungen, teils quer durch dichten Wald. Dabei wird auch die Gedenksäule für einen Forstmeister Langen passiert. Dort befindet sich auch eine Schutzhütte, wo man pausieren kann. Der Großteil des Weges ist jetzt geschafft. Altenbrak ist jetzt nur noch rund 2 Kilometer entfernt. An der Schutzhütte geht der Weg so leicht halb links weiter in den Wald hinein.

Und dann geht es, schon ganz leicht bergab und schnurgeradeaus weiter. Nach einer Weile kann man links abbiegen und dem Schild „Böser Kleef“ für mehrere hundert Meter folgen. Dann kommt man an einen Felsvorsprung. Dort steht seit DDR-Zeiten auch eine Schutzhütte. Von dort hat man einen tollen Blick hinunter nach Altenbrak, daß sich direkt unterhalb befindet.

Harzwanderung

Um nun nach Altenbrak zu gelangen, geht man den eben gegangenen Weg einfach wieder zu zwei Dritteln zurück und dann geht linkerhand ein etwas steiler Weg nach unten.

HarzwanderungDem folgt man nun und nach einem scharfen Knick und einem leichten Bogen, kommt man auf den Weg zurück, dem man sonst gegangen wäre,wenn man nicht erst zum „Bösen Kleef“ abgebogen wäre. Nun gehts recht geradlinig geradeaus. Irgendwann gehts paar Treppenstufen hoch und man steht auf einem kleinen Parkplatz. Die Zivilisation hat einen wieder zurück. Der Parkplatz gehört zum Café Fontane. Von dort aus geht es links eine Treppe hinunter und wenn man die dann hinter sich gebracht hat, hat man auch Altenbrak erreicht.

Harzwanderung

Für diese Strecke, die es gerade auf dem ersten Abschnitt in sich hat, sollte man auf jeden Fall 3-4 h einplanen und sich auf jeden Fall, wie eigentlich auf jeder Wanderung, etwas zu trinken und ggf. einen kleinen Snack einstecken. Die Strecke ist definitiv sehr recht anspruchsvoll im ersten Drittel, das sollte man nicht unterschätzen. Für Leute mit Kinderwagen, Fahrrädern oder Rollatoren ist diese Strecke definitiv ungeeignet.

Anzumerken ist noch, daß die Ausschilderung durchaus in einigen Teilen zu wünschen übrig lässt. Gute Wanderkarten, egal ob analog oder digital, können hier durchaus hilfreich sein.

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