Wandern: Auf dem Moselsteig von Winningen nach Koblenz

Wer von Winningen an der Mosel nach Koblenz möchte, der hat mehrere Möglichkeiten dahin zu gelangen: die Eisenbahn, das Auto, die Mosel selbst und den Moselsteig, ein Wanderweg.

Mit dem Zug reiste ich von Koblenz an und stieg in Winningen an der Mosel aus. Der Weg ist am Anfang etwas schlecht ausgeschildert und führt zuerst durch das „Zentrum“ des Ortes.

Irgendwann steht man dann an einer Weggabelung und sucht verzweifelt den Wanderweg. Der ist da nämlich ganz versteckt. Ein Baum verdeckt den schmalen Treppenaufgang, wo sich auch das Wanderwegsymbol an einem Pfeiler dahinter versteckt. Eine schmale steile Treppe führt vorbei an Weinstöcken und hier kann man dann einen ersten Blick auf den unter einem liegenden Ort werfen.

Dann kommt man auch schon wieder auf eine Straße, biegt links ab und folgt ihr den Weg nach oben. Nach einigen Metern biegt man rechts ab. Weiter gehts bergauf und irgendwann biegt man wieder links ab und verlässt die Straße und befindet sich nun auf einem Wanderweg. Der führt oberhalb einer Straße entlang und so entfernt man sich nun von Winningen. Wenn plötzlich komische Geräusche von oben auftauchen, bitte nicht wundern: der Wanderweg verläuft zu einem gewissen Teil um den kleinen Koblenzer Flugplatz herum und so kann es sein, daß bei guten Wetter dauern Sport- und Segelflugzeuge starten und einem hinweg fliegen.

Nach einer ganzen Weile kommt man wieder auf einen teilweise asphaltierten Weg. Der Wanderroutenplan ist hier etwas undeutlich und an dieser Stelle, wie auch innerhalb von Winningen, fehlt mal wieder ein wichtiger Wegweiser. Um den Wanderweg wieder zu finden, einfach halblinks halten und nach ca. 100 Metern taucht dann auch ein Wegweiser auf und man biegt dann wieder rechts ab und schon geht es weiter.

Weiter geht es, teils an Feldern vorbei bis zu einer Straße. Hier biegt man rechts ab und läuft erstmal auf dem Fußweg weiter, der direkt an der Straße entlang führt. Wenn man irgendwann das Gefühl hat bald wieder in Winningen zu sein, biegt der Wanderweg plötzlich links ab und führt einen etwas steileren Weg hinauf. Oben angekommen, geht es links in den Wald hinein. Hier finden sich gleich zu Beginn ein paar Bänke zum hinsetzen und ein altes Kinderkarussell.

Weiter gehts durch den Wald und plötzlich steht man vor einem kleinen Denkmal. Das erinnert an dunkle Zeiten, als hier im 17. Jahrhundert einige Menschen der Hexerei angeklagt und hier verbrannt wurden. Namen und Todestage der Menschen sind hier zu lesen und wie es scheint, sind da wohl auch gleich mal mehrere Leute einer Familie auf diese Weise gestorben.

Weiter geht es durch das Wäldchen und nach wenigen Metern verlässt man selbigen wieder, biegt auf einen anderen Weg ein und wandert jetzt direkt neben Rebstöcken entlang, während unten die Mosel entlangmoselt. Nach einer Weile gelangt man dann an eine Straße auf deren gegenüberliegenden Seite der Flugplatz beginnt. Der Wanderweg biegt rechts ab und während die Straße dann nach links führt, geht man selbst geradeaus weiter. Da kommt man dann auch an einen Rastplatz mit einer Holzhütte, Tischen und Bänken und einem Blick hinab ins Moseltal. Rechterhand sieht man Winningen und unten moselt wieder die Mosel entlang.

Die nächsten Kilometer läuft man dann zwischen den Rebstöcken entlang. Mal links rum, mal rechts rum, mal gerade aus. Aber immer hat man die Rebstöcke um sich herum und die Winzer werben mit kleinen Schildern für ihre Weingüter, wo man den Wein gleich kaufen kann.

Nach einigen Kilometer, wo man zum Schluß noch an einer Kirschplantage vorbei kommt (sind übrigens Sauerkirschen), ist man dann wieder in der Zivilisation angekommen, die sich Koblenz-Güls nennt. Hier läuft man zuerst durch ein teilweise noch im Bau befindliches Neubaugebiet, bevor man dann die Bahnstrecke von Koblenz nach Trier überquert. Wer erstmal pausieren möchte, der biegt dann links ab und geht in den Ort rein und sucht sich da eine Lokalität. Ich habe da übrigens einen Schoppen Wein (0,2 ltr.) für schlappe 2,30 € getrunken. Und der Wein war wirklich gut.

Ansonsten biegt man halt rechts ab, folgt der Straße, überquert die dann erreichte Hauptstraße am Fußgängerübergang und geht dann ein Stück an ihr entlang. Danach gibts einen kleinen Knick und die nächsten mehrere hundert Meter läuft man dann direkt neben der Mosel entlang. Dann führt der Weg zurück zur Straße und man ist wieder im Ort drin. Nun einfach die Straße überqueren und an der große Brücke über die Mosel gehts dann ein Weg hoch zur Brücke. Da läuft man dann drüber und auf der anderen Seite wieder runter.

Der Moselsteig führt jetzt unmittelbar die restlichen Kilometer neben der Mosel entlang und auf der anderen Seite hat man die meiste Zeit eine Straße neben sich. Das zeugt zwar von Zivilisation, wer aber eigentlich seine Ruhe haben möchte, wird hier vielleicht enttäuscht. Durch die Autos ist es hier nicht wirklich ruhig. Aber der Blick auf die Mosel entschädigt dafür. Hier finden sich auch immer wieder Plätze wo man sich niederlassen und ausruhen kann. Die letzten Kilometer des Moselsteigs auf dieser Etappe führen vorbei an einem Wasserkraftwerk, der Innenstadt und enden dann am Deutschen Ecke, wo die Mosel in den Rhein mündet.

Für die ca. 15 Kilometer lange Strecke von Winningen nach Koblenz sollte man ca. vier Stunden einplanen, eventuell auch etwas länger. Am landschaftlich reinzvollsten ist sicherlich der Abschnitt von Winningen bis Koblenz-Güls.

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