Schloss Friedenstein in Gotha

Friedenstein, schon der Name klingt sehr friedlich. Als der Bau des Schlosses 1643 begann, war der Dreißigjährige Krieg in Deutschland noch in vollem Gange. Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha, der der ernestinischen Linie der Wettiner abstammte, ließ das Schloss im barocken Stil als vierflügelige Anlage erbauen. Der vierte Flügel, an der Südseite gelegen, wurde jedoch Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen. Dort befindet sich jetzt eine Mauer mit einem Zugang zur Schlossanlage.

Das Schloss gehört seit 2004 zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Schloss Friedenstein

Wer nach Gotha kommt, der sollte sich das Schloss einmal genau anschauen, doch dafür sollte man viel Zeit mitbringen. Vom Bahnhof aus ist man zu Fuß in ca. 10 Minuten am Schloss angelangt und geht durch das Tor an der Südseite auf den Innenhof der Schlossanlage. Direkt gegenüber, im Nordflügel, befindet sich die Kasse, wo man seine Eintrittskarte erwerben kann. Die Gesamtkarte gilt zudem auch im Herzoglichen Museum Gotha, welches sich vis-a-vis vom Schloss befindet.

Schloss Friedenstein

Gleich am Anfang des Rundgangs befindet sich die Schlosskirche, die ebenfalls einen Besuch wert ist. Geht man dann wieder raus, gelangt man in den eigentlich Schlossbereich. Im zweiten OG befindet sich der Beginn der Ausstellung, wo man dann gebeten wird Filzpantoffeln anzuziehen, damit man den Fußboden nicht beschädigt.

Schloss FriedensteinSchon gleich zu Beginn wird man überwältigt von all den Gemälden und Ausstellungsstücken aus der Zeit des Barocks, die man hier zu sehen bekommt, u.a. auch wird hier auch etwas zu den einzelnen Herzögen erzählt, die Schloss Friedenstein einst bewohnten.

In den kommenden Zimmern, durch die Weg führt, verstärkt sich der Eindruck mehr und mehr. Schloss FriedensteinVom Barock hin zum Klassizismus führt der Weg durch den Nord- und den Westflügel des Schlosses und lässt den Besucher in vergangene Zeiten eintauchen. So wird man auch über die zahlreichen Kontakte und verwandtschaftlichen Verknüpfungen in damals große und größte Fürstenhäuser informiert, erfährt, daß es sogar direkte Verwandtschaftliche Kontakte an den britischen Königshof gab und auch die zahlreichen regional verteilten Besitztümer bekommt man auf dem Weg durch das Schloss nähergebracht.

Schloss FriedensteinDie Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg waren allesamt leidenschaftliche Kunstsammler und so kamen über die Jahrhunderte unzählige Skulpturen, Gemälde, Teppiche, Porzellangefäße, Uhren und vieles mehr zusammen, teils in einer Dimension wie es sie sonst nirgends weiter gibt und gab.

Unterwegs, nicht erst am Ende des Rundgangs, wird man seine Filzpantoffeln wieder los. Hat wohl eher logistische Gründe weshalb man selbige nicht bis zum Schluss anlassen braucht.

Neben der große Dauerausstellung finden sich im Schloss noch zahlreiche andere Ausstellungen, die man gleich mitbesichtigen kann. So das Museum der Natur und aktuell auch noch eines Sonderausstellung zu Gotha im Sommer 1914. Auch das Ekhof-Theater befindet sich im Schloss und lädt ein an einer der regelmäßigen Theateraufführungen als Gast teilzunehmen. In einem weiteren Teil wird die geschichtliche Entwicklung der Region unter den ernestinischen Wettinern erläutert, speziell auch die mehrfachen Gebietsteilungen, die dazu führten, daß es immer mehr und immer kleinere Herzogtümer gab.

Wie bereits erwähnt, fordert die Besichtigung von Schloss Friedenstein mit seiner umfangreichen Sammlung sehr viel Zeit. Wenn man sich wirklich intensiv umschaut und informiert sollte man ca. 2,5-3 h an Zeit einplanen, ansonsten aber auch mindestens zwei Stunden. Die Ausstellung ist wirklich sehr umfangreich und auch ideal um einen regnerischen Urlaubstag im Thüringer Wald sinnvoll zu verbringen.

Öffnungszeiten Schloss Friedenstein in Gotha:

Dienstag bis Sonntag
(montags geschlossen, jedoch an Feiertagen geöffnet)

10.00 Uhr – 17.00 Uhr
(November bis März: 10.00 Uhr – 16.00 Uhr)

Eintrittpreise Schloss Friedenstein:

Einzelkarte „Friedenstein-Karte“ (inkl. Schlossmuseum, Historisches Museum, Museum der Natur, Ekhof-Theater, Sonderausstellungen)
10,00 €
ermäßigt
4,00 €
Einzelkarte „Modul“ (Museum der Natur oder Ekhof-Theater oder Herzogliches Museum oder Sonderausstellung oder Vortrag/Veranstaltung (Ausnahmen: Barockfest, Ekhof-FESTIVAL, Museumsnacht, Sonderausstellungen in den historischen Räumen)
5,00 €
ermäßigt
2,50 €
Jahreskarte (inkl. 4 Museen, Sonderausstellungen, Vorträge / Veranstaltungen – außer Ekhof-FESTIVAL – und 1 Jahr gültig ab Ausstellungsdatum)
30,00 €
ermäßigt

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