Wandern: Kunstwanderweg Wiesenburg – Schmalau – Schmerwitz – Wiesenburg

Der Naturpark Hoher Fläming befindet sich südlich der Linie Magdeburg – Potsdam. Dank einigem Infomaterial der örtlichen Touristinformation machte ich mich auf den Weg einen der zahlreichen regionalen Wanderwege abzuwandern. Die Wahl fiel auf die Westroute des Internationalen Kunstwanderwegs Hoher Fläming mit dem Ausgangspunkt in Wiesenburg.

Der Kunstwanderweg hat seinen Namen daher, da entlang der Route niederländische und deutsche Künstler diverse Kunstwerke aufgestellt haben.

Gleich zu Beginn der Wanderung fiel etwas positiv auf, was sich dann den ganzen Wanderweg entlang fortsetzen sollte: die Wanderwege im Fläming sind sehr gut ausgeschildert. Wann immer man vor einer Entscheidung steht zu klären wo man lang muß, findet man garantiert einen beschrifteten Pfeil oder zumindest das aufgemalte Logo des jeweiligen Wanderwegs.

Der Kunstwanderweg wird durch ein gelbes Quadrat, das von mehreren krummen weißen Linien durchzogen ist, dargestellt.

Ausgangspunkt in Wiesenburg war das Schloss, wo sich fast alle Wanderwege kreuzen. Durch ein kleines Wohngebiet mit Eigenheimen ging es auf den Ortsausgang zu, der dann direkt in einen Wanderweg mündete und vorbei an Feldern führte.

Voraus sieht man einen Wald und wenn man dann den Waldrand erreicht, sieht man dort auch sogleich das erste Kunstwerk, zwei in Glas gefangene goldene Wanderschuhe. Dort kann man sich entscheiden direkt durch nach Schmerwitz zu wandern oder den kleinen Abstecher durch die Schmalauer Rummeln über Schmalau zu machen. Das sind so ca. 2-3 Kilometer Unterschied, der Weg durch die Schmalauer Rummeln läuft sich sehr angenehm. Rummeln werden hier im Fläming die Hügel genannt, die diese Region im Wald durchziehen.

Am Ortseingang von Schmalau wartet das nächste Kunstwerk darauf begutachtet zu werden. Wer das übersieht, muß blind sein. Gilt auch für fast alle anderen Kunstwerke, zumal am Wegesrand immer direkt eine Infotafel steht und die sieht man wirklich immer gleich.

Der kleine Ort Schmalau ist recht schnell durchschritten. Eine kleine Kirche und der Eulenturm direkt an der Straße lenken die Aufmerksamkeit auf sich.

Schnell ist man aus Schmalau wieder raus und der Weg führt geographisch gesehen erst einmal wieder auf Wiesenburg zu, macht dann aber einen Schwenk nach links und weiter geht es durch die Schmalauer Rummeln. Leicht hügelig ist es hier entsprechend, aber dennoch ist der Weg leicht zu bewältigen. Straßen und Ortschaften sind weitab und so ist es relativ ruhig und man hört es nur ab und an mal im Unterholz knacken sowie die Vögel zwitschern.

Auch auf diesem Abschnitt findet man ein Kunstwerk, in diesem Fall in Beton gegossen. Dank einer Holzbank kann man hier verschnaufen und das Kunstwerk dabei begutachten und die ruhige Umgebung genießen.

Der Weg führt weiter durch den Wald, irgendwann geht es dann wieder nach links und schon bald sieht man Zivilisation (oder die Reste davon) in Form einiger Stall- oder Lagergebäude.

Die Überraschung folgt dann am Ende des Waldes. Während zur linken ein DDR-Plattenbau rumsteht, blickt man geradeaus auf einen kleinen Teich hinter dem sich ein altes leerstehendes Schloss befindet: Schloss Schmerwitz.

Schmerwitz ist ein kleines beschauliches Dorf, daß eine ebenfalls kleine Töpferei mit einem zugehörigen Café zu bieten hat. Der Ort wirkte ebenfalls fast ausgestorben, aber idyllisch. Weiter geht es durch Schmeerwitz, immer der gut ausgebauten Beschilderung nach. Am Ortsausgang folgt man zuerst für wenige hundert Meter der Landstraße, bevor der Wanderweg dann weiter zwischen Feldern hindurch geht. Hier befindet sich auch gleich wieder ein Kunstwerk, daß Holz und Stein vereint. Dem Weg folgend sieht man schon weitem eines der wohl tollsten Kunstwerke entlang dieser Route.

Die Rede ist von dem Kunstwerk „Wasser für den Fläming“, das aus den Pumpenschwengeln in luftiger Höhe besteht und entsprechend weithin sichtbar ist. Auch hier gibt es dank einer Bank wieder die Möglichkeit sich auszuruhen.

Der Weg führt dann weiter und geradewegs auf die Landstraße zu, die Hagelberg mit Klein Glien verbindet. Kurz vor Hagelberg kommt man dann vor und sollte den Abstecher auf den selbigen Berg machen, wo während der napoleonischen Befreiungskriege eine wichtige Schlacht stattfand. Ein Gipfelkreuz mit einem Buch zum Eintragen findet sich hier ebenfalls.

Danach gehts weiter in entgegengesetzter Richtung die Landstraße nach Klein Glien entlang. Nach einigen hundert Metern ist der kleine Ort bereits erreicht. Ein historischer Gutshof bietet hier einen schönen Blickfang und entsprechende Fotomotive.

Im Ort überquert man eine weitere Straße und ist dann schon wieder fast raus aus dem Ort. Hier kann man entweder die Reste ehemaliger Grabstätten auf einem nahen Hügel begutachten oder wendet sich gleich nach rechts um weiter zu wandern. Der Weg führt erst parallel zum Ort entlang, bevor er nach links abbiegt und einen ganzes Stück geradeaus zwischen Feldern entlang führt.

An der Wüstung Groß Glien findet sich dieses Tor, ein weiteres Kunstwerk entlang des Kunstwanderwegs. Tische und Bänke laden hier außerdem zum Verweilen ein.

Der Weg tritt dann wieder in den Wald ein und irgendwann erreicht man dann auch wieder die Zivilisation in Form einer Eisenbahnbrücke. Ein umgekehrt aufgestelltes Modell dieser Brücke stellt ein weiteres Kunstwerk dar. Man biegt dann nach rechts ab und ab gehts durch die Mitte, also durch den Wald. Auf diesem Abschnitt des Kunstwanderwegs nahm nicht nur die Zahl der Kunstwerke zu, sondern auch die Zahl der Wanderer und Radwanderer.

Im weiteren Verlaufs des Wanderwegs sind zwei weitere Kunstwerke im Wald zu finden: ein Baumstamm aus Porzellan sowie ein Wolfsrudel. Letztere sind etwas abseits des Wegs und nicht gleich zu erkennen. Hier wird man am ehesten drauf aufmerksam, wenn man auf die Infotafeln achtet, die dazu aufgestellt sind.

Der Weg verlässt dann den Wald und Felder liegen vor dem Wanderer, der in der Ferne bereits Wiesenburg erkennen kann. Nun geht es immer geradeaus. Am Ortsrand angekommen, sieht man dann noch ein weiteres Kunstwerk, daß eindeutige an eine bestimmte Art von Nutztier erinnern soll.

Danach biegt man nochmal links ab, geht ein Stück gerade aus, macht einen Schwenk nach rechts und dann ist man schon fast wieder am Ziel. Der Weg führt dann direkt in den Schlosspark des Schlosses Wiesenburg.

Für die gesamte Strecke sollte man locker fünf Stunden einplanen, wenn man unterwegs noch etwas essen möchte oder allgemein sehr langsam wandert, ggf. auch etwas mehr.

Da die gesamte Strecke relativ flach verläuft, ist sie auch für weniger geübte Wanderer durchaus zu bewältigen.

Veröffentlicht von Torsten

Ich mag Deutschland und bin gerne im Land unterwegs. Historische Altstädte, tolle Landschaften, interessante Museen - es gibt vieles wofür ich mich begeistern kann. Mich findet ihr auch bei Google+.

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