Varna

11:43 am Bulgarien

Nach der Tour an der Schwarzmeerküste entlang, die wir zumeist einsam, ruhig und wie Gott und die Natur sie geschaffen haben, vorfanden, führt unsere Reise nun nach Varna. Von dort aus geht es weiter zur rumänischen Grenze, die wir bis zu unserem Start- und Zielort Burgas erkunden wollen.
Noch auf hoher See strahlt uns der wie Gold leuchtende Strand vor Varna entgegen, und der ferne Blick auf die drittgrößte Stadt Bulgariens erfreut unser Auge. Wie ein Seidentuch auf einer Treppe, so weich und duftig liegt die 2500 Jahre alte Stadt da vor uns, offen gehalten, durch Schifffahrt und Reisende, in stetiger Umarmung mit dem Meer. Im Herzen grün, durch die mächtigen Kastanienbäume, lädt Varna jeden in seine alles andere als verstaubte Athmosphäre.

Weltbekannt als Seebad gibt es in der Stadt auch weltweit bekannte Kulturveranstaltungen, besonders bekannt ist der so genannte „Varnaer Sommer“, der jedes Jahr in den Sommermonaten veranstaltet wird. Nicht nur zu diesem großen Ereignis treffen sich in der Stadt Künstler aus aller Welt und geben Konzerte, laden zu Oper- oder Ballettaufführungen ein; beliebteste Bühne ist der Festivalkomplex am Meeresgarten. Nicht nur musikalisch ist dieser Meeresgarten ein Erlebnis – auch die Eindrücke, die man auf einem Spaziergang durch diesen, vielleicht schönsten Park der Balkanhalbinsel gewinnt, werden einen verzaubern. Fünfzig verschiedene Arten von Bäumen und blühenden Sträuchern säumen den Weg durch den Park zum angrenzenden Delphinarium.
Odessos, die Stadt am Wasser, nannten die alten Römer die Stadt, die sie sehr schätzten; sie errichteten im zweiten jahrhundert nach Christus ein riesiges Thermalbad – zu dieser Zeit gehörte Varna zum Imperium Romanum, dem Römischen Reich. Wer die Lebensweise der Römer kennt, kann sich in etwa vorstellen, mit welchem Reichtum – so zum Beispiel farbigem Marmor – die Thermen ausgestattet waren. Geschätzte 10000 Quadratmeter war die Fläche groß, wie man bei Ausgrabungen feststellte, und mit einem ausgeklügelten Bewässerungs- und Abwassersystem ausgestattet. Überreste von Becken, Hallen und Räumen mit für die damalige Zeit beachtlichen Raumhöhen zeugen von der Bedeutung eines derartigen Thermalbades für die verwöhnten Römer.
So wie die Römer machen auch heute viele Menschen Urlaub in Varna; schon deswegen findet man dort viele moderne Hotels aller Klassen, die traditionell ganz auf Badekultur, Wellness und Sport – vor allem Wassersport – ausgerichtet sind. Natürlich darf das Strandleben mit all seinen Begleiterscheinungen nicht fehlen; wer sich jedoch an den Strand legt, sollte aufpassen, dass er durch den stetig wehenden kühlen Wind die Sonne nicht unterschätzt, und sich statt ins Nachtleben eher in kühlende Umschläge stürzen muss, weil er völlig unbemerkt einen Sonnenbrand davongetragen hat.
Varna steht einer pulsierenden Großstadt in nichts nach. Wer den Trubel nicht verträgt, ist ein paar Kilometer weiter nördlich im ehemaligen „Drushba“ und heutigen “Sweti Konstantin i Elena” besser untergebracht. Das älteste Seebad Bulgariens, dessen Name übersetzt „Die Heiligen Konstantin und Elena“ bedeutet, hat seine Wurzeln im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt, als das Gebiet noch unter griechischer Regierung stand. Im 14. jahrhundert erst erhielt der Ort seinen heutigen Namen, in Anlehnung an das damals entstandene Kloster „Sweti Konstantin“. Traumhaft schmiegt sich der Ort in seine drei Kilometer lange Küste ein, landeinwärts umgeben von einer weitläufigen Parklandschaft. Jede Bucht ein einzelnes Paradies, als hätte Gott in seiner besten Laune die Felsen steil und hoch dazwischengestellt, so dass man in windgeschützten, romantischen Winkeln die Ruhe am Strand genießen kann.

Mietet man einen Bungalow im Feriendorf von “Sweti Konstantin i Elena”, wird man ein separates Kinderzimmer vorfinden, bestens für den Familienurlaub geeignet.
Auch Urlaub der Extraklasse ist an diesem traumhaften Fleckchen Erde kein Problem. Im Fünf- Sterne- Hotel „Grandhotel Varna“ kann man sich der Wellness hingeben, außerdem ist dieses Hotel weltbekannt für sein Heilbäder- und Rehabilitationszentrum. Über 100 balneologische Heilbehandlungen kennt man dort. Die beliebtesten sind klassische Laserakupunktur, elektrogalvanische, mineralische und Kneipp- Perl- und Kräuterbäder, Paraffin- und Zwiebelumschläge, Reflektortherapie, Kräuterinhalation, transkutane Nervenstimulierung, verschiedene Massagen, bulgarische Elektro- und Lichtheilverfahren, Behandlung von Krampfadern und psychologisch bedingter Impotenz, außerdem differente Vorbeugungsbehandlungen.

Das dem Hotel anhängige Sportzentrum wird sogar von namhaften Leistungssportlern geschätzt. Keine Wünsche bleiben offen in den vielzähligen Becken und Anlagen der Bäderlandschaft, die auf einem großen Areal miteinander verbunden sind; innen wie außen. Geduscht wird hier mit warmem Mineralwasser, mit welchem auch einer der Pools gefüllt ist.

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