Tempel, Paläste und Museen in Luxor

2:38 pm Ägypten

Diese ägyptische Stadt hat eine sehr bewegte Vergangenheit, von der heute in Luxor und um Luxor herum einige der bedeutendsten archäologischen Funde ein beredtes Zeugnis ablegen. Die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten sind hier so zahlreich vertreten, dass Luxor auch als „Stadt der Paläste“ bezeichnet wird.

Wie so viele Städte hier wechselte auch Luxor häufig den Besitzer und damit den Namen. Im ägyptischen Altertum hieß es noch „Waset“. Dann kamen die Griechen und machten daraus das „hunderttorige Theben“. Ab 1540 v. Chr. wurde Theben dann zur Hauptstadt eines geeinten Ägyptens und erfreute sich in dieser herausragenden Eigenschaft besonderer kultureller und religiöser Aufmerksamkeit sowie eines beeindruckenden Reichtums. Der Sonnengott Amun war hier in heiligem Kult zu Hause und die Pharaonen sahen in dem Karnak-Tempel eine luxuriöse Dauerbaustelle, die es ständig in Pracht und Herrlichkeit zu erweitern galt. Am Ostufer entstanden die Tempelanlagen für die Götter, am Westufer wurden die dahingeschiedenen Pharaonen und deren Frauen in den Tälern der Könige und Königinnen verehrt. Wer hier persönlich auf den Pfaden der Geschichte wandeln will, kann mit einem Charterjet direkt am internationalen Flughafen Luxor landen oder eine Nilkreuzfahrt buchen, die hier beginnt oder endet.

Tempelanlagen in Luxor

Der Tempel von Luxor diente seinerzeit zur Verehrung des Gottes Amun und erfreute sich der wohlwollenden, großzügigen und geduldigen Bauherrenschaft der Pharaonen Amenophis III. und Ramses II. Er ist das Zentrum von Luxor und direkt am Nilufer gelegen. Der Säulengang und die vorzüglichen kunsthandwerklichen Ausschmückungen sind unbedingt sehenswert. Seine architektonische Besonderheit ist eine abgeknickte Achse, die der räumlichen Lage der Sphingen-Allee und des Karnak-Tempels Rechnung trägt. Einstmals grüßte Ramses vor dem Tempel gleich in sechsfacher Ausfertigung als Kolossalstatue – heute sind davon nur noch drei Stück zu bewundern. Dafür ist aber noch ein Obelisk aus rotem Granit zu sehen, dessen „Bruder“ nach Frankreich ausgewandert ist und seit 1836 auf dem Pariser „Place de la Concorde“ die Besucher anzieht.

Der Tempel von Karnak war, wie bereits erwähnt, ein dynastienübergreifendes Großprojekt zu Ehren Amuns und anderer Götter. Zum Zeitpunkt seiner Vollendung beeindruckte er durch 10 Pylonen. Seine ältesten Bauteile stammen aus der 11. Dynastie und finden sich östlich. Die so genannten „Sphingen-Alleen“ verbinden den Tempel von Karnak mit dem Tempel der Göttin Mut einerseits und dem Tempel von Luxor andererseits. Dies wurde durch eine abgeknickte Tempelachse bautechnisch möglich gemacht. Doch nicht nur der Tempel als solcher ist sehenswert. Besucher mögen ihr Augenmerk auch auf zwei Obelisken, den heiligen See, den Riesenskarabäus und den atemberaubenden Säulensaal richten. Auf einer Fläche von sage und schreibe 5400 Quadratmetern ragen 134 Sandstein-Säulen in 16 Reihen in den blauen Himmel.

Der Totentempel erhebt sich seit der 11. Dynastie (mutmaßlicher Baubeginn: 2040 v. Chr.) in West-Luxor und legte damit den Grundstein für die schlussendlich größte Totenstadt in Ägypten. Hier fanden König Echnaton und alle Könige des neuen Reiches ihre letzte Ruhestätte.

Der als Ramesseum bezeichnete Tempel ist leider nur noch in wenigen Teilen erhalten, aber das wenige, was noch vorhanden ist, genügt, um den Eindruck seiner einstigen gewaltigen Größe zu vermitteln. Ramses II. setzte hier für Amun und für sich selbst ein großzügiges Zeichen des Kultes. Sein 18 Meter hohes und 1000 Tonnen schweres „Abbild“ wurde zwar ein Opfer der alles vernichtenden Zeit, aber die Reliefs sind noch immer von starker Ausdrucksfähigkeit.

Der Tempel der Königin Hatschepsut (Deir el-Bahri) wurde von seinem Erbauer Sennmut als Terrassentempel konzipiert und architektonisch erstaunlich günstig in die damalige Landschaft integriert. Seine drei Rampen wurden in Anteilen aus dem Fels gehauen und er trägt beeindruckend bildreichen Schmuck zu den Themen „Goldland Punt“ und „Geburt“. Königin Hatschepsut ruhte hier neben Mentuhotep, der ca. 500 Jahre von ihr hier geherrscht hatte.

Der etwas bissige Spruch „praktisch denken – Särge schenken“ hätte in der ausgeprägten und völlig tabufreien Totenkultur der Ägypter wahrscheinlich kein Aufsehen erregt. Wenn die hoch motivierten und engagierten Nekropolen-Arbeiter nicht gerade mit der Erbauung des Tempels Deir el-Medina für das ehrenhafte Andenken an Amenophis III. beschäftigt waren, verbrachten sie ihre Zeit mit der eigenen handwerklichen Grabvorsorge. Doch nicht nur Amenophis III., sondern auch Hathor und Maat sollten nach dem Willen der Ptolemäer hier in Pracht verehrt werden.

Von dem großen Totentempel von Theben, der von Amenophis II. in Auftrag gegeben wurde, ist heute leider nichts mehr übrig, was sich wirklich zu besichtigen lohnte. Einzig die Memnonskolosse, deren Namensgebung der griechischen Mythologie zu verdanken ist, halten hier als einstige Torwächter einsam die Stellung. Mit knapp 18 Metern Höhe und 700 Tonnen Gewicht erinnern sie an Memnon, den sagenhaften Sohn der Morgenröte.

Auf dem Areal namens Medînet Hâbu sind der große Totentempel Ramses III., der kleine Tempel der Hatschepsut , der Totentempel des Haremhab sowie die Gräber verschiedener Gemahlinnen des Amun versammelt. Im Jahre 1898 begannen hier Archäologen ihr umfassendes Werk und förderten dabei unter anderem Flachreliefs recht blutigen Inhaltes zutage. Noch heute lassen diese Darstellungen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass die Pharaonen mit ihren Widersachern nicht lange gefackelt haben und wussten, wie Amun mit Menschenopfern zu huldigen war. Auch wurden hier in der 21. Dynastie die so genannten „Grabräuberprozesse“ geführt und Königsmumien zu deren Schutz an besser gesicherte Orte verbracht.

Museen in Luxor

Das Museum von Luxor stellt seit 1976 Relikte aus der Amarna-Zeit aus. Diese Zeit war geprägt von Echnaton, einem für damalige ägyptische Verhältnisse erstaunlich monotheistischen Pharao, der die Hauptstadt nach Tell-el-Amarna verlagerte. Des weiteren wartet das Museum von Luxor mit Funden auf, die unter dem Tempel von Luxor geborgen werden konnten. Wer englisch oder deutsch spricht, wird sich im Museum von Luxor gut informieren können.

Leave a Comment

Your comment

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Please note: Comment moderation is enabled and may delay your comment. There is no need to resubmit your comment.