Kunstdenkmäler im ehemaligen Bezirksamt Kötzting
Januar 17, 2009 12:07 pm DeutschlandDas Gebiet des ehemaligen Bezirksamtes Kötzting gehört heute größtenteils zum Landkreis Cham. Als Folge der Verwaltungsreform in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam das Gebiet wieder von Niederbayern an die Oberpfalz.
Die Bestandsaufnahme für die Kulturdenkmäler des Königreichs Bayern Anfang des 20. Jahrhunderts nennt die Zahl rund 28.000 Menschen in 5.500 Haushalten. Der Bezirk nahm eine Fläche von 452 Quadratkilometern ein. Städte gab es nicht auf dem Gebiet. Unter den 45 Gemeinden und 303 Ortschaften waren nur drei Märkte: Kötzting, Neukirchen beim Heilig Blut und Eschlkam. Eine Statistik aus dem Jahre 1919 nennt 38.249 Hektar bewirtschaftete Fläche. Der Bezirks lebte von der Land- und Forstwirtschaft. Industrie war so gut wie nicht präsent, was wohl auch daran lag, daß in Kötzting keine wichtigen Handelswege kreuzten. Vorherrschendes Baumaterial für einfache Bauten war Holz. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren Ziegel für profane Bauten unüblich. Ein besonderer Reichtum an Baudenkmälern kann man also schon aus diesem Grund nicht erwarten. Die kulturellen Zentren Regensburg und Straubing waren weit weg, der Einfluß aus dem Königreich Böhmen um so wichtiger.
Aus der Romanik hat sich bis auf wenige Reste in der Miltacher Kirche nichts erhalten. Auch Zeugnisse aus der Gotik sind sehr dünn gesät. An kirchlicher Baukunst aus dieser Epoche ist lediglich die Kirche in Steinbächl zu nennen. Die Renaissance hat den Bezirk Kötzting zumindest in baulicher Form erst gar nicht erreicht.
Von den ehemaligen Burgen Hohenbogen, Chamerau, *Chameregg*, Haidstein, Liebenstein und Ossa sind keine oder kaum Spuren vorhanden. Lediglich von Burg Lichteneck sind nennenswerte Reste erhalten. Die meisten Kirchen, Edelsitze und Verwatungsbauten fallen in das 16. und 17. Jahrhundert und sind eher einfacher Natur.
Natur ist auch der eigentliche Reichtum, den die heutige Tourismusregion im Bayerischen Wald zu bieten hat. Kötzting ist beispielsweise staatlich anerkannter Luftkurort. An der ehemaligen Bezirksgrenze liegt auch der höchste Berg des Bayerischen Waldes, der Arber. Beste Voraussetzungen also, um gestressten Menschen eine erstklassige Erholungsmöglichkeit zu bieten. Eine *Ferienwohnung* bietet sich gerade um Kötzting als Alternative zu einem Hotel geradezu an.
