Kawazite – die Perle Bulgariens
August 8, 2008 3:07 pm BulgarienBulgarien und seine Küste ist bekannt als feinsandig aber auch felsig. Wer dort Urlaub macht, wird Erholung pur genießen dürfen. Schlichte, einfache aber dennoch kontaktfreudige Einheimische bezaubern durch ihre Freundlichkeit und natürlich auch mit ihren wirklich klasse schmeckenden Rotweinen. Bulgariens Rotweine sind auf der Weinkarte aller bedeutenden Restaurants weltweit zu finden. Zahlreiche Restaurants laden hier zu einem Glas eben dieses genüsslichen Weins bei Blick auf das offene Meer im Sonnenuntergang ein. Urlaub der feinsten Art die doch durch ihre Schlichtheit besticht. Wer sich in Bulgarien auf Wanderschaft macht, der hat zu Fuß viele Möglichkeiten die Schönheit und Einmaligkeit der bulgarischen Natur bewundern zu können. Die Wanderwege versprechen oft auf der einen Seite den Blick aufs offene Meer und den totalen Gegensatz auf der anderen Seite, die steilen Weinhänge des Landes.
Wer in Bulgarien Camping liebt, der ist in der Gegend um Kawazite gut dran. Dort gibt es zahlreiche Campingplätze in wirklich allen Kategorien. Die Campingplätze dort sind eigentlich die Teuersten in ganz Bulgarien, jedoch aber für die Urlauber aus den reicheren Ländern durchaus noch bezahlbar. Auch eingefleischte Nudisten kommen hier voll auf ihre Campingkosten und können ihre Zelte etwa vier Kilometer im Süden am Fuße des romantischen Kap Agalina aufschlagen. Das Publikum dort ist in der Regel etwas jünger. Die Camper sind allesamt sehr aufgeschlossen. Zwar weißt der Campingplatz ein paar Defizite auf, was den Komfort betrifft, dieser wird aber durch die wirklich einzigartige Nudisten-Atmosphäre durchaus wieder wettgemacht.
Wenn man noch ein wenig weiter südlich fährt, erreicht man die traumhafte Bucht Zarskija saliv. Dort weißt von zahlreichen Bäumen eingesäumt eine Treppe die Besucher ans Meer. Wanderer finden sich vor allem in dieser Bucht wieder, denn hier ist ein kühler Brunnen, in dem man die mitgeführten Speisen – und natürlich auch sich selbst – ein wenig abkühlen kann. Ein Bad im Meer entspannt und bringt wieder Kraft für den weiterführenden Fußmarsch.
Doch, so traumhaft die Buchten hier entlang der Wanderwege auch sind, so gewaltig wird hier auch die Kraft der Natur erfahren. Viele dieser Buchten haben leider auch Opfer gefordert. So zum Beispiel auch eine Bucht, dem die Einheimischen den Namen „Germankata“ gegeben haben. Auf dem Felsen dort sind zahlreiche weiße Marmorplatten ausgelegt, die die Namen vieler Verstorbener haben. Germankata – der Name deshalb, weil dort einst ein Deutsches Mädchen den Tod fand. Germankata ist ins Deutsche übersetzt – die Deutsche. In den 60 Jahren passierte dieses Unglück. Die eigentlich gute Schwimmerin aus Deutschland sprang in die Fluten und kehrte leider niemals zurück. Die Felsen haben hier durchaus eine ganz heimtückische Eigenart. Wer drauf klettert, der muss weit nach oben, und von oben meint man auch, man ist so weit vom Meer weg. Allerdings klatschen die Wellen so sehr an die Felsen, dass diese mitunter einen in die Tiefe reißen kann. Hier haben die Bulgaren auch wieder einen ganz eigenen Namen. Sie nennen diese Stelle auch „martwo tetschenie“, was so viel wie Todesströmung bedeutet. Die Kraft des Sogs ist so groß, dass hier ein selbst sehr guter Schwimmer weit ins Meer mit rausgerissen wird, und mit einer dermaßen Wucht mit der nächsten Welle wieder an den Felsen zurückgeschleudert wird, dass dies nur selten jemand überlebt. Zum Baden sollte man also die etwas ruhigeren Buchten vorziehen.
