Grafschaft Shcropshire und sein Geisterkult
März 10, 2009 9:18 am GroßbritannienIn der englischen Grafschaft Shcropshire wird immer wieder vom Geisterkult erzählt. Hier scheint es zu spuken. Doch das liegt wohl immer im Auge des Betrachters, was man hier hineininterpretieren möchte und welche Sagen man verbreitet.
Die Grafschaft liegt im walisischen Grenzgebiet im mittleren Westen des Landes. Bis zur Eroberung nie walisisches Gebiet, doch spricht man in der Provinz die walisische Sprache. Ähnlich wie im nördlichen Franken, wo der hessische Dialekt bereits Einkehr hält. Oder auch im bayerischen Schwaben, wo man nur noch wenige Grundelement der ursprünglich bayerischen Mundart findet.
Die Grafschaft ist sehr agrarwirtschaftlich geprägt. Die Hauptstadt ist Shrewsbury. Sie liegt 50 Kilometer entfernt von Birmingham und zählt rund 70.000 Bewohner. In den Pubs und Kneipen stößt man auf zahlreiche Einheimische, die einem die schönsten Märchen zu erzählen wissen. Märchen und Sagen von Geistern, die hier im Land ihr Unwesen treiben und Touristen vertreiben. Angeblich hausen sie in den Schlössern der Umgebung, die oftmals unbewohnt sind. Sie seien verstorbene Grafen, die zumeist selbst in den Schlössern wohnten und diese nun vor Neubesitzern bewahren wollen.
Die historische Stadt Shrewsbury liegt malerisch am Fluss Severn. Schmale und verwinkelte Gassen bestimmten das Flair des Ortes. Der riesige Park im Herzen der Stadt untermalt das Ambiente der vielen kahlen Industriegebäude, die sich an den Severn reihen. Auf dem Hausberg der Stadt liegt das Shrewsbury Castle, ein – wie damals üblich – aus rotem Sandstein aus Südeuropa erbautes Schloss mit einem Alter von 1000 Jahren. Doch der Geister-Spuk soll hauptsächlich im Dun Cow Inn in Shrewsbury ablaufen. Hier übernachten nur furchtlose Besucher. Man sagt, hier würden jede Nacht um Mitternacht Geister längst verstorbener Geistlicher oder Mönche die Besucher aufsuchen und ihnen Furcht und Schrecken einjagen. Angeblich wird hier sehr oft im Morgengrauen ein Leichenwagen gesehen, der in schwarz von weißen Pferden gezogen seine Runden dreht. Es fällt hier grundsätzlich nicht schwer, sich in das England des Mittelalters zurückzuversetzen. Beliebte Touristenrouten führen an die Schauplätze und Kultstätten diverser Romane mit vielen Benediktiner-Klöstern der zahlreichen Abteien.
