Ein Nationalpark entsteht in La Réunion
Dezember 28, 2008 12:41 pm FrankreichLa Réunion ist ein französisches Überseedepartement im Indischen Ozean. Besonders mannigfaltig und einzigartig ist die Landschaft der Insel. Verursacher dieser abwechslungsreichen Gegend sind zwei Vulkane, die die Insel schufen. Vor etwa drei Millionen Jahren entstand der Piton des Neiges, der erst seit etwa 10.000 Jahren keine glühende Lava mehr spuckt. Als die Magmakammern dieses Vulkans einstürzten, hinterließ dieses Ereignis die drei Bergkessel, die heute wie ein Kleeblatt um den Gipfel des Piton des Neiges angeordnet sind. Aufgrund seiner Höhe von 3070 Metern wird dieser Berg auch das Dach des Indischen Ozeans genannt.
Wesentlich jünger und niedriger ist der zweite Vulkan, der Piton de la Fournaise, mit seinen 2632 Metern Höhe. Im Gegensatz zu seinem schlafenden großen Bruder ist der Vulkan heute einer der aktivsten weltweit. Da die Lava durch Nebenschlote vergleichsweise ruhig an die Oberfläche kommt, und nicht explosionsartig hoch in die Luft geschleudert wird, sind die Ausbrüche jedoch relativ gefahrlos. Vergleichsweise klein ist die Fläche von La Réunion, gemessen an der Vielfalt seiner Landschaftsbilder. Auf 2500 Quadratkilometern findet sich eine Landschaft, die sonst nur ein Kontinent bietet. Kristallklare Bergflüsse, alpine Felsen, tropischer Urwald und weiße Sandstrände vereinen sich auf der Insel. Über 100 Mikroklimata sind Ursache dieser unterschiedlichen Landstriche auf so engem Raum und der somit vorhandenen Pflanzenvielfalt.
Bereits vor 15 Jahren wurde die Idee aufgegriffen, dieses auf der Welt einmalige Landschaftsbild unter besonderen Schutz zu stellen, und einen „Parc de Nationale“ auf La Réunion zu gründen. Vor allem die einheimischen Pflanzen, die etwa 30% der Insel bewachsen, sollen so bewahrt werden; viele auf La Réunion wachsende Pflanzen gibt es nur dort. Aus diesem Plan soll nun Wirklichkeit werden. Damit wäre der achte französische Nationalpark geschaffen – nach über 25 Jahren zeitlicher Differenz zum letzten der anderen sieben Nationalparks Frankreichs. Zwei Zonen gibt es im neuen Nationalpark, der sich im Landesinneren über eine Fläche von 1750 Quadratkilometern erstreckt. Zur inneren Zone, die etwa 107.000 Hektar umfasst, gehören neben dem Vulkan die höchsten Berggipfel, die Talkessel von Mafate, die Primärwälder und das Grand Bassin. Nur etwa 800 bis 900 Einwohner leben hier.
Die zweite, äußere und kleinere Zone des Nationalparks umfasst auf einer Fläche von 68.000 Hektar die Talkessel Cilaos und Salazie, die Hochebenen und ländlichen Höhen. Rund 75.000 Einwohner haben hier ihren Wohnsitz. Die fortwährende Entwicklung, um den Kultur- und Naturraum zu bewahren steht hier im Mittelpunkt; es soll eine effektive und innovative Gegend geschaffen werden.
