Oh Andalusien, du weites Land. Eine vollkommen natürliche Landschaft, teils unberührte Natur und relativ autonom und eigenständig regiert, ohne große Einflüsse der spanischen Regierung, das ist die südspanische Region Andalusien an der Costa de la Luz. Im Süden vom Mittelmeer eingerahmt und im Westen an Portugal angrenzend, erstreckt sich die Küstenlandschaft mit den zauberhaften Stränden. Wer seinen Urlaub hier verbringen möchte, fliegt von den einschlägig bekannten deutschen Flughäfen entweder nach Sevilla oder nach Faro in Portugal. Vom kleinen Flughafen in Südportugal aus erfolgt der Weiterweg per Transferbus über die Grenze. Die Landschaft ist unter oftmals sengender Hitze – der Äquatornähe sei Dank – sehr trocken aber dennoch fruchtbar. Man beobachtet Windmühlen in der Ferne und lauscht romantische und tanzfähige Flamenco-Musik, die scheinbar von überall her tönt und die Laune hebt.
Wer dem afrikanischen Kontinent so nah als möglich sein möchte, besucht die Hafenstadt Tarife, die südlichste Stadt Spaniens, die zugleich über den südlichsten europäischen Landstrich verfügt. Hier kann bei gutem Wetter durchaus auch über das Meer bis nach Afrika geblickt werden. An der marokkanischen Küste erstreckt sich der Berg Dschebel Musa. Unter diesem Hintergrund bietet sich vor Allem auch für Surfer ein allseits bekannter Treffpunkt und sehr beliebte Wellengänge ermöglichen einen nie vergesslichen Surfgang. Doch auch die Freunde des gepflegten Sherry-Konsums finden hier ihr Mekka. In der 200.000- Einwohnerstadt Jerez de la Frontera wurde der vor Allem auf der britischen Insel unter dem Namen Sherry zu großer Beliebtheit geführten Jerez produziert. Wer sich ein Wochenende des Feierns in dieser Stadt gönnen möchte, kann auch direkt ab Deutschland hierher fliegen.
Als weiße Ortschaft wird das Städtchen Ronda bezeichnet. Im Naturpark de Grazalema gelegen, bietet Ronda eine maurisch geprägte Altstadt mit alten Stadtmauern und diversen Türmen, die einen Besuch wert sind. Grundsätzlich findet hier jedermann seinen Spaß. Doch wer die Hauptstadt der Region nicht gesehen hat, hat die Region, wie sie blüht, nicht gesehen. In der drittgrößten Stadt der Iberer, der 750.000-Einwohnerstadt Sevilla spielt sich das Leben der Region ab. Die Stadt blüht, vielen Parks und Alleen sei Dank. Auch sportlich ist einiges geboten, wenngleich man Stierkämpfe, die hier teilweise bis zu 200 Euro pro Tag kosten, nicht unbedingt als Sport werten sollte. Sevilla verfügt über 2 Fußballvereine, die in der ersten Liga Spaniens ihr Können präsentieren und in riesigen Stadien die Sportfans der Stadt anlocken. Alljährlich im April findet in Sevilla die Semana Santa, die heilige Karwoche, statt. Dann steht die ganze Stadt Kopf. Reges Treiben in allen Gassen der Innenstadt und einige Plätze sind aufgebaut, wie Volksfeste. Hier gibt es Tanz und Trank für die Erwachsenen und für die Jungspunde Pferdereiten oder Karussells.
Sevillas Stadtbild zeigen unzählige Türme und führt den Touristen durch ein wahres Labyrinth enger Gassen. In vielen Cafés lohnt es sich draußen zu sitzen im langsam kälter werdenden Abendwind und das Treiben auf dem Plaza del Duque oder dem Plaza de la Encarnación zu beobachten. Kulturell sei sicherlich die Kathedrale Maria de la Sede hervorzuheben. Die größte Kathedrale der Welt mit dem 97 Meter hohen Glockenturm La Giralda mit 22 harmonisch exakt abgestimmten riesigen Glocken, die ein imposantes Hörspiel bieten. Auch der Palast Alcázar mit vielen Prachtsälen sowie einem großen und immergrünen Garten, der auch uralte Steinbäume aufweist.
Andalusien biete so vieles. Zahlreiche Erdbeerplantagen allerorts und bäuerliche Betriebe, die die Touristen auf ein Glas Sherry einladen. Einzig nervig für Deutsche ist sicherlich die ungewohnte Situation der Nachmittagsruhe. Zwischen 14 und 17 Uhr abends ruht hier schier die ganze Region. Sämtliche Geschäfte haben geschlossen und die Betriebe 3 Sperrstunden. Die Spanier frühstücken erst um 10.30 Uhr, speisen zu Mittag um 15 Uhr und genießen ihr Abendessen um ungefähr 21 Uhr. All das wegen der großen Mittagshitze. Jedoch sind die unbekannteren Strände hier unter der Woche sehr spärlich besucht. Man findet also immer ein Plätzchen zum Verweilen und kann auch am Strand gut ein leicht bekömmliches Picknick einnehmen. Doch die Region ist auch alles andere als teuer. Man findet hier für jeglichen Gebrauch billige Artikel. Allerorts anzutreffen ist auch ein französischer Lebensmittelgigant sowie auch diverse deutsche oder österreichische Anbieter. Ein Leben hier, zwischen Erdbeersträuchern und Städten mit geschichtlichen Hintergründen ist also ohne große Umstellung zu führen. Ein Traumjob scheint es zu sein, einen Reiseleitereinsatz hier zu verbringen. Es ist es auf jeden Fall wert, Land und Leute etwas genauer, sozusagen durch die Lupe, zu betrachten.