Algarve – Hitze und Palmenstrände
Der Begriff Algarve beschreibt die südlichste Region Portugals. Eine immer wieder gern bereiste Ferienregion. Fernab des Massentourismus, fernab überfüllter Hotelkomplexe, fernab überlaufener Strände und vor Allem fernab der Hektik der Großstädte, bietet die iberische Region viele abgelegene und relativ unbekannten Standlandschaften. Zwar ist der Tourismus in den letzten Jahren auch hier zu einer zentralen Einnahmequelle aufgestiegen, doch beschränkt sich dieser hauptsächlich auf die Südküste der Region, während der Westen und Norden relativ unberührt blieb von den Herrschaften mit den dicken Geldbörsen, die hier ihre Hoteltempel errichten. Der Namen Algarve entspringt ursprünglich der arabischen Sprache und bedeutet übersetzt soviel wie der Westen. Auch hier lassen sich arabische Einflüsse auf der Iberischen Halbinsel also nicht verleugnen. Die Algarve bietet eine 150 Kilometer lange Küstenpassage von Ost nach West und zieht sich längs noch weitere 60 Kilometer vom südwestlichsten Punkt Europas hin in den Norden.
Unsere erste Station auf der Reise nach Portugal ist im südlichen Raum immer der Flughafen Faro. Wer ein bisschen Zeit zur Verfügung hat, sollte mit einem Besuch der kleinen Hafenstadt seinen Urlaub einläuten. Faro besitzt zahlreiche kleine Sehenswürdigkeiten. Wer riesige Paläste erwartet, wird zwar nicht auf seine kosten kommen, doch machen gerade diese Kleinigkeiten zu einem wahren Schmuckkästchen. Ab dem Aeroporto Faro kann man sich für kleines Geld einen Mietwagen ausleihen, um die Ortschaften rundherum zu erkundigen oder per Taxi die Fahrt in die Innenstadt antreten. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist wohl die goldfarbene Karmelitenkirche aus der Barockzeit. Sie entstammt dem 18. Jahrhundert und ihre Knochenkapelle ist mit unzähligen Knorpeln, Knochen und Skeletten verziert. Wer es also ein wenig schauriger mag, ist hier sicherlich nicht fehl am Platz. Durch die Bögen Arco da Vila oder Arco do Repousado gelangt man in die Altstadt. Die Kathedrale Sé erinnert ein wenig an die ähnlich benannte in Barcelona, nur um einiges kleiner. Vorbei am Rathaus sollte ein Besuch des archäologischen Museums auf jeden Fall inkludiert werden. Die Funde aus dem Umkreis Faros beinhalten Römerfunde und Kunst und Malerei. Wer sich für die Schifffahrt interessiert, wird im Hafengebiet fündig. Hier befindet sich im Haus des Hafenmeisters ein Schifffahrtsmuseum, das einige Infos zur Geschichte bietet.
Von Faro aus erfolgt der weitere Verlauf der Rundfahrt über das Örtchen Portimao. Von hier aus gäbe es auch Fährverbindung nach Madeira oder in Richtung Kanarische Inseln. Wer also ein paar Wochen Urlaubsverlängerung anhängen möchte, kann hier die Weiterfahrt bequem fortführen. Portimao ist ein verträumtes Fischerdorf mit edlem Yachthafen und anliegenden Stränden mit einzigartigen Felsformationen. Zudem ist die Stadt Portimao in Besitz des nagelneuen Autodromo Internacional do Algarve, einer modernen Rennstrecke. In diesem Jahr sollen hier diverse Autorennen stattfinden, so im etwa der A1 Grand Prix sowie auch Superbikerennen und Testläufe für Formel 1-Rennen. Somit dürfte diese Station auch einen perfekten Familienausflug. Vor Allem für junge Männer ist eine solche Rennstrecke sicher. Im örtlichen Tourismusverband kann man sich Informationen über Rennen einholen und dann bestenfalls einen Besuch in den Urlaub einbauen.
Die Weiterreise führt die Touristen durch die Sand-Algarve. So wird der Landstrich ab Faro bezeichnet, der sich zur spanischen Grenze bewegt. Hier gilt der Naturpark Ria Formosa als besonders sehenswert. Er bietet eine wunderschöne Flora und Fauna und ist im Speziellen bekannt für seine Vogelvielfalt. Hier fühlen sich Wanderer oder ältere Damen und Herren wohl, die anschließend in einem der Cafés die Natur beobachten können. Dem Naturpark schließt sich die Ortschaft Olhao an. Olhao ist das drittgrößte Dort der Region Algarve und das will mit 23.000 Einwohnern schon einiges sagen. Ursprünglich war Olhao nur von Fischern bewohnt. Die Fischerei stellte damals die einzige Einnahmequelle der Portugiesen in dieser Region dar. Doch seit 2 Jahrhunderten existieren hier Steinhäuser aus der Maurenzeit. Auch der Markt ist hier sehr sehenswert. Doch alles in allem ist es eher eine Stadt zum kurzen Verweilen. Die einheimischen Fischer sind sicherlich stets für eine interessante Unterhaltung verfügbar.
Hauptsächlich aufgrund der feinsandigen Strände und der oftmals recht bizarr wirkenden Felsformationen und Klippen oberhalb der Strände im Westen sehr bekannt. Auch wurden hier in die traumhafte Landschaft sehr schöne Golfplätze gebaut, was der Grund für viele Golffans ist, die hier im Sommer ihre mehrwöchigen Zelten aufschlagen. Der südwestliche teil des Cabo de Sao Vicente unweit der viel besichtigten Stadt Sagres wurde früher als das Ende der Welt tituliert.
Am schönsten ist die Region, wenn man sie einfach per Mietwagen bereits. Einfach unabhängig sein, frei sein. Dem entfliehen, was einem in Deutschland so einengt – Der Alltagsstress. Es gibt wenige Plätze auf Erden, die dafür so gut geeignet sind, wie die Region im Süden Portugals. Man fährt los, einfach drauf los und sieht der Sonne zu, wie sie auf- und untergeht. Man sieht weites Land und viele Plantagen. Bauern, die an den Straßenrändern ihre Felder pflügen oder ältere Damen, die Erdbeeren pflücken. Es gibt keinen Smog, keine verdreckten Strasse oder monumentale Hochhäuser. Örtliche Reiseleister bezeichnen ihre neue Heimat als das letzte Paradies auf Erden. Und obwohl man relativ isoliert von der Hektik ist, ist es kein weiter Weg in die Großstädte des Landes.
Wer mit Kindern unterwegs ist und diesen ein bisschen Abenteuer und Spannung bieten möchte, sollte einen Ausflug in den Zoomarina-Ozeanpark einschließen. Der Park liegt nähe der Ortschaft Guia. Hauptattraktionen des Parks sind diverse große Meeresbewohner, wie Delfine, Robben, Seehunde und Seelöwen. Darüberhinaus ist der Park ausgestattet mit Klettergerüsten und Karussells sowie auch einer Poollandschaft, in der der Familiennachwuchs zwar nicht mit Fischen baden gehen kann, jedoch unter heißer Sonne ein kühles Bad nehmen kann.
Wer dann nach zwei Wochen Ruhe und Erholung im Süden Portugals doch noch einmal gerne das Treiben der Großstadt kennenlernen möchte, kann als Ausflug oder per Mietwagen eine der beiden Metropolen Porto oder Lissabon besuchen. In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon erwartet den Besucher der Torre de Belém, das Wahrzeichen der Stadt. Der Torre ist der Wachturm an der Küste. Grundsätzlich wird jedermann feststellen, dass die Stadt rundherum grün ist. Überall warten Parkanlagen, wo man die Seele baumeln lassen kann. Viele Sehenswürdigkeiten gehören zum Weltkulturerbe Lissabons. So auch Mosteiro dos Jeronimos. Ein mächtiges Gebäude mit der Grabstätte bekannter Seefahrer der Landesgeschichte. Weiterhin gibt es einige Klöster und unzählige Gotteshäuser zu besichtigen. In den vielen Cafés herrscht unglaublich entspanntes Ambiente und man kann so auch perfekt den Urlaub ausklingen lassen, die Erinnerungen zusammenfassen und dann von hier aus die Heimreise antreten.