Eine Reise ins letzte Großherzogtum der Welt
April 1, 2009 Luxemburg No CommentsWer sich in das zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich gelegene Großherzogtum Luxemburg aufmacht, kann ein kleines Land mit großer Landschaft entdecken. Luxemburg ist nur etwa so groß wie das Saarland. Trotz dieser verhältnismäßig geringen Größe bietet Luxemburg ein sehr abwechslungsreiches Naturerlebnis.
Der Süden des Landes besteht zum größten Teil aus Ebenen, die auch landwirtschaftlich genutzt werden. Wanderer und Fahrradfahrer kommen in diesem Landesteil voll auf ihre Kosten. Luxemburg hat übrigens ein Herz für Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Verglichen mit der Größe des Landes sind die mittlerweile mehr als 560 Kilometer langen ausgebauten Radwege durchaus bemerkenswert. Wanderer, die sich auch etwas anspruchsvollere Wanderrouten zutrauen kommen in Luxemburg ebenfalls auf ihre Kosten. Im Norden erstreckt sich eine typische Mittelgebirgslandschaft. Dicht bewaldete Hügel und Berge laden zum Wandern und Erholen ein. Diese Mittelgebirge reichen über die Grenzen des Herzogtums hinaus und gehen im Norden in die belgischen Ardennen über, im Osten dagegen schließt sich die Eifel an. Auch bei kletterbegeisterten Menschen ist dieser Teil des Landes sehr beliebt. Die Sandsteinfelsen der sogenannten „Kleinen Luxemburgischen Schweiz“ erinnern zum Teil an ihre großen Brüder in der sächsischen oder der fränkischen Schweiz. Und genau wie dort, ist auch die luxemburgische Schweiz ein kleines Mekka der Kletterer.
Von den Felsen aus hat der Kletterer einen wunderbaren Blick auf die umgebende Landschaft. Gerade im Norden durchziehen viele Flüsse das Land und haben sich dabei tiefe Täler gegraben. Auf den Anhöhen des Mittelgebirges befinden sich zahlreiche Schlösser und Burgen. Das steingewordenen Andenken an die Geschichte des Herzogtums. An den Hängen der Berge und Hügel wird Wein angebaut. Ein romantischer Spaziergang durch die Weinberge bietet sich an – allein der Blick auf die Landschaft ist das schon wert.
Die Anreise nach Luxemburg ist denkbar einfach. Da das Herzogtum im Herzen Mitteleuropas liegt und noch dazu eines der weltweit wichtigsten Finanzzentren ist, ist die Anbindung an den Luftverkehr sehr gut. Luxemburg besitzt eine eigene kleine Fluglinie, die Luxair. Sie verbindet Luxemburg mit Deutschland, der Schweiz und Österreich durch tägliche Direktflüge. Anreisen kann man natürlich auch mit dem eigenen Auto. Die Nähe zu Deutschland lässt diese Art der Anreise sinnvoll erscheinen. Natürlich ist Luxemburg auch an das Schienennetz angeschlossen. Die Anreise mit der Bahn ist sicher die erholsamste. So kommt man frisch an und kann sich gleich an die Besichtigung der Hauptstadt Luxemburg machen.
Angst vor Sprachbarrieren muss man als deutschsprachiger Besucher in der Regel nicht haben. Die Bewohner Luxemburgs sprechen mehr als eine Sprache. Französisch ist die offizielle Amtssprache, aber auch Deutsch wird in den Schulen gelehrt und dementsprechend einfach kann man sich auch auf Deutsch mit den Bewohnern verständigen. Die dritte Sprache des Herzogtums ist das Letzebuergesch. Das ist im Prinzip eine Abwandlung eines west- und mitteldeutschen Dialekts, den man auch als deutscher durchaus verstehen kann. Auch wenn das zugegebenermaßen nicht immer ganz leicht fallen dürfte.
Die Hauptstadt gilt als eine der drei Hauptstädte Europas. Neben Brüssel und Straßburg spielt Luxemburg eine wichtige Rolle in der europäischen Verwaltung. Neben Luxemburg ist auch der Name einer anderen Gemeinde des Herzogtums in Europa in aller Munde: Schengen. Nach dieser Gemeinde ist das Schengener Abkommen benannt, welches den freien Grenzübertritt innerhalb der EU garantiert. Luxemburg wurde im Jahr 2007 zur europäischen Kulturhauptstadt des Jahres ernannt. Die Anfänge der Stadt und damit des gesamten Herzogtums reichen bis ins Jahr 963 zurück. Dementsprechend viele Sehenswürdigkeiten finden sich dann auch im ganzen Land und vor allem in der Hauptstadt. Die in gotischer Bauart errichtete Kathedrale Notre Dame ist sicherlich einen Besuch wert. Aber auch die Reste der Festung Luxemburg vermitteln einen Eindruck von der Geschichte des Großherzogtums. Mitten durch die Stadt führt eine Brücke aus rotem Stahl. Ob diese Brücke sich in das Stadtbild einfügt, muss jeder für sich entscheiden. Ein Foto ist sie auf jeden Fall wert und sei es nur um den Kontrast zwischen alt und neu zu verdeutlichen. In Luxemburg befindet sich außerdem noch das oberste rechtsprechende Organ der EU: der europäische Gerichtshof. Aber auch außerhalb der Hauptstadt gibt es einiges zu sehen. So gibt es in Clervaux im restaurierten Schloss Clef die berühmte Fotoausstellung „The Family Of Man“ zu bewundern. Eines der Fotos wurde für fast drei Millionen Dollar versteigert und ist damit das teuerste Foto der Welt.
