Die Serengeti mit ihren umliegenden Schutzgebieten hat ungefähr die Grösse der Niederlande und befindet sich im nördlichen Teil von Tansania, an der Grenze zu Kenia. Mit ihrer wunderschönen Landschaft und der unvergleichlichen Zahl an Tieren erinnert sie an ein verloren geglaubtes Paradies.
Das Serengeti Ökosystem umfasst nicht nur den Park gleichen Namens, sondern auch die Ngorongoro Conservation Area (NCA), und die Serengeti umfassende Schutzgebiete, welche nicht den Status eines Nationalparks haben. Diese Controlled Areas genannten Gebiete (Ikorongo, Grumeti, Loliondo, Maswa und NCA) bilden eine Art Pufferzone um das eigentliche Parkgelände. In diesen Zonen werden die Tiere ebenfalls geschützt, werden aber gleichzeitig genutzt für das lohnende Geschäft mit Jagdlizenzen. Der grosse Unterschied zu einem als Nationalpark definierten Areal ist, dass in den Controlled Areas noch Dörfer zu finden sind und Viehwirtschaft erlaubt ist. Damit erfüllen diese Gebiete auch die Aufgabe, die Bevölkerung für das Schutzgebiet einzunehmen und an den Einnahmen des Tourismus und des Jagdtourismus partizipieren zu können.
Man erreicht die Serengeti am leichtesten von Arusha/Moshi aus, per Jeep oder Flugzeug. Mit dem Jeep benötigt man einen vollen Tag, die Route führt am Lake Manyara vorbei über den Kraterrand des Ngorongoro, hinab auf das Kraterhochland der Massai. Die Strasse ist bis zum Eingangstor der NCA asphaltiert, dann nur noch Lehmstrasse. Man kann für die Fahrt von der Serengeti nach Arusha einen guten Tag einplanen. Den Park betritt man über den Naabi Hill Gate, wo man die Eintrittsgebühren zahlen muss und seinen Campingplatz, sofern man eine sogenannte Special Camp Site reserviert hat, zugewiesen bekommt.
Mit dem Flugzeug geht es natürlich wesentlich schneller, die meisten Routen werden vom Arusha Regionalflughafen (nicht KIA) bedient, welcher am westlichen Stadtrand liegt. Eine tägliche Flugverbindung gibt es zum Landestreifen im Seronera Valley, im Zentrum der Serengeti. Ein Flug dauert um die 45 – 60 Minuten. Vom Flugplatz dort kann man sich von seinem Safariveranstalter oder seiner Lodge abholen lassen. Die meisten Lodges und einige der Special Camp Sites sind im Seronera Tal zu finden, und auch die Anzahl der Tiere ist in diesem wasserreichsten Teil des Parks am höchsten.
Von Westen kommend erreicht man die Serengeti über den sogenannten Western Corridor und den Ndabaka Gate. Allerdings gibt es in Mwanza wesentlich weniger Safariveranstalter, und das Angebot ist dementsprechend teurer als in Arusha. Der Western Corridor ist in der Trockenzeit nicht sehr attraktiv und von wenigen Tieren bevölkert. In der Regenzeit dagegen gibt es sehr viele Tsetsefliegen im Gebiet, was einen Aufenthalt dort auch wenig amüsant werden lässt.
Die Grenzübergänge zwischen der Serengeti und dem kenianischen Teil des Ökosystems, der Massai Mara, sind übrigens für Safarifahrzeuge nicht passierbar: Die Tansanier lassen keine kenianischen Vehikel ins Land und umgekehrt. Will man die Mara und die Serengeti in einer Safarireise verbinden, gibt es momentan nur eine Möglichkeit: Die Mara über den westlichen Ausgang Olololo Gate in Richtung Viktoriasee verlassen und in Sirari die Grenze passieren. Zu Fuss passiert man die Grenze, bekommt sein Visum auf der tansanischen Seite und setzt die Reise mit einem tansanischen Safariveranstalter fort. Zugang dann in die Serengeti über den Western Corridor.
Die meisten Besucher möchten in der Serengeti die Migration der grossen Gnu und Zebraherden beobachten. Dieses ziemlich einzigartige Naturspektakel folgt auf seinem Lauf einer Kreisbewegung durch das Ökosystem, immer dem saftigen Grasbewuchs nach. In der Regenzeit von November bis Dezember findet man die Herden im Grenzgebiet zwischen Serengeti und NCA bzw. dem Loliondo Controlled Area. Im Dezember werden die meisten Zebrafohlen zur Welt gebracht, im Januar ist bei den Gnus der Geburtenhöhepunkt. Im Uhrzeigersinn migrieren dann die Tiere in Richtung Nordwesten der Serengeti. Im Mai sind sie im Zentrum des Schutzgebietes und im Western Corridor zu finden. Mit Beginn der Trockenzeit im Juni/Juli/August befindet sich der Grossteil der Herden im Nordwesten der Serengeti, oft ausserhalb des Parks in den umliegenden Pufferzonen. Im August kann man meistens auch die spektakuläre Überquerung des Grumeti-Flusses beobachten, welcher von grossen Krokodilen bevölkert ist. In den Monaten September und Oktober befinden sich die Herden dann hauptsächlich in der Massai Mara, da dort wesentlich mehr Wasser als in der trockenen Serengeti zu finden ist.
Die Regenzeit ist im März bis Mai, in dieser Periode ist der Park erfreulich leer, im Vergleich zur Hochsaison, was Touristen angeht. Tiere gibt es tatsächlich genug zu sehen, unter anderem viele der migrierenden Gnus und Zebras. Ein Allradfahrzeug ist in dieser Zeit unbedingt notwendig, da die Lehmstrassen eher Sumpflandschaften gleichen.