Alexandria – Stadt kultureller Superlative

7:08 pm Ägypten

Alexandria ist eine der größten Städte Ägyptens und Standort des wichtigsten Hafens in diesem Land. Benannt wurde die Stadt nach Alexander dem Großen. Dessen Architekt Deinokrates legte seinerzeit eine Bauplanung vor, die es ermöglichte, Alexandria in der Zeit von 332-331 v. Chr. genau dort zu erbauen, wo vormals das kleine Fischerdorf Rhakotis lag.

Alexandria war von Erfolg auf allen Ebenen verwöhnt. Diese Stadt wurde rasch zum kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Gekrönt wurde ihr Ruhm mit einem der sieben Weltwunder, dem Leuchtturm von Pharo. Philosophen, Dichter, bildende Künstler und Wissenschaftler aller Fachbereiche drängten sich wissbegierig in Alexandrias weltberühmter Bibliothek, die zu Recht schon damals als das Zentrum des Denkens galt. Auch die Römer, die sich später der Stadt bemächtigten, wussten diesen intellektuellen Schatz zu nutzen und zu ehren. Alexandria war und blieb Hauptstadt, auch bei den Ptolemäern. Viele aus diesen Zeiten erhaltene architektonische Monumente zeugen von der Durchmischung der unterschiedlichen Kulturen, die hier wirkten.

Das Griechisch-Römische Museum
Die Sammlung hier beinhaltet ca. 40.000 Relikte aus den Jahren vom Anfang des 3. Jhdt. v. Chr. bis zum 7. Jhdt. n. Chr. Die wichtigsten Exponate sind dabei zweifelsohne die Tanagra-Statuen sowie eine Münzsammlung, die seltene Stücke damaliger griechischer und römischer Währung zeigt.

Die Gräber von Kom El-Schoquafa
Mit diesem Kulturdenkmal aus dem 1. und 2. Jhdt. n. Chr. hinterließen die Römer ihre größte dort erbaute Katakombenanlage auf ägyptischem Boden. Die Katakomben umfassen drei Stockwerke. Der Bau-Stil vereint ägyptische, griechische und römische Elemente zu einer künstlerisch kunstvollen Gesamtkomposition.

Die Pompejussäule
Einst war dem Gott Sarapis ein von den Ptolemäern erbautes eigenes Serapeum geweiht. Davon ist heute leider nur noch die Pompejussäule erhalten geblieben. Der Rest des Heiligtums fiel den Unruhen der Heidenverfolgung von Theodosius (391 n. Chr.) unwiederbringlich zum Opfer. Es wird heute angenommen, dass die ca. 25 Meter hohe Pompejussäule seinerzeit Diokletian ehren sollte.

Die Gräber von Al-Anfuschi
Wer die Einwirkungen der griechischen Kultur auf das ägyptische Kunsthandwerk näher studieren möchte, dem sei der Besuch dieser Gräbergruppe empfohlen, die von fünf ptolemäischen Gräbern aus dem 2. Jhdt. v. Chr. gebildet wird.

Die Grabstätte des El-Schatbi
Diese letzte Ruhestätte datiert auf das 3. Jhdt. v. Chr. und zeigt sehr interessante architektonische Anleihen an den Stil alter griechischer Häuser.

Die Mustafa-Kamel-Gräber
Ebenfalls aus dieser Zeit stammt diese in Felsen eingehauene Grabanlage, die sich allerdings von anderen Ptolemäer-Gräbern auffällig unterscheidet. Anders als sonst üblich sind hier reliefartige Dekorationen zu finden, die das Alltagsleben der Toten verbildlichen und Zeugnis vom Glauben ablegen. Insgesamt vier Gräber können hier besichtigt werden.

Das römische Theater
Zu ihrer Unterhaltung errichteten die Römer ein kleines Theater mit über 10 halbkreisförmigen Sitzreihen. Heute ist es in Ägypten das einzige kulturelle Denkmal seiner Art.

ISLAMISCHE BAUWERKE

Die Kait-Bey-Festung
Eines der sieben Weltwunder, der Leuchtturm von Pharo, musste seinen Platz für diese Festung räumen und sogar seine baulich verwertbaren Überreste für den Neubau zur Verfügung stellen. So entstand hier im 15. Jhdt. n. Chr. ein imposantes Bollwerk, das heute, zusammen mit einem integrierten Schifffahrtsmuseum, besichtigt werden kann.

Die Moschee des Al-Mursi Abu El-Abbas
Diese 1769 im andalusischen Stil erbaute Moschee ist mit Abstand die größte in Alexandria. Ihren Namen gab ihr ein Gelehrter, über dessen Grab sie erbaut wurde.

Besucher von Alexandria erwarten aber nicht nur eine reizvolle Architektur und Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit. Hier gibt es auch herrliche Gärten und Parkanlagen, die zur Erholung und Entspannung einladen. An den weißen Traumstränden kann Meerluft geschnuppert werden, während in den zahlreichen interessanten Museen der Hauch der Geschichte weht.

SEHENSWERTES IM UMFELD VON ALEXANDRIA

Al-Alamein
Dieser Name steht für die in 1985 archäologisch entdeckte Städteanlage sowie für die Soldatenfriedhöfe des zweiten Weltkriegs.

Marsa Matruh
Hier lautet das Stichwort „Rommel-Museum“. Dem Besucher bietet sich an diesem Ort ein Blick auf einen Tempel zu Zeiten Ramses II., eine koptische Kirche sowie auf das berühmte Rommel-Versteck.

Die Klöster im Wadi Natrun
Zwischen Kairo und Alexandria erstreckt sich ein 32 Kilometer langes Tal, durch das eine Wüstenstraße führt. Dort befinden sich vier Klöster, deren heute sichtbare Gebäude aus dem 9. Jhdt. datieren.

Von Kairo aus ist Alexandria sehr gut zu erreichen. Mehrmals am Tag gibt es Flugzeuge, Bahnen und Busse, die die beiden Orte miteinander verbinden. Auch nach Marsa Matruh und nach Al-Alamein gibt es günstige Anschlussverbindungen.

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