Alaska – Umgeben von ewigem Eis
März 23, 2009 9:35 am USAVon allen Seiten von schier nie zurückweichenden Eismassen umgeben, liegt im Norden Nordamerikas das bevölkerungsärmste Bundesland der Staaten. Was viele nicht wissen, ist Tatsache. Alaska ist ein Bundesstaat der USA. Zugleich ist Alaska als politische Exklave zusammen mit Russland auch der größte Landstrich der Erde. Dass man hier nicht in angenehm subtropischen Gefilden hausen kann, dürfte anbetracht der ewigen Eismassen im Norden Alaskas klar sein. Bis 1867 gehörte Alaska zum Russischen Großreich. Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, wie groß Russland alleine im Moment ist. Wie groß war es dann erst damals. Die größte Stadt in Alaska und zugleich die Hauptstadt ist die 30.000 Seelen zählende und am Mont Juneau gelegene Stadt Juneau.
Doch seit geraumer Zeit hat sich etwas eingestellt, womit man die letzten Jahre in dieser Art und Weise noch nicht rechnen konnte. Es kommen immer mehr Touristen in die nordischen Gefilde der weiten, unbewohnten Landschaft rund um den Nordpolarkreis. Sie suchen das, was für viele unerträglich erscheint. Die Einsamkeit, die Stille. Sie tummeln sich zu hunderten auf engen, kleinen Booten und kursieren in Richtung Eisberge oder wählen einen Hundeschlitten als Fortbewegungsmitteln durch das riesige Weiß der von Schnee überschütteten Hügellandschaft. Dass es hier auch immer noch unzählig viele Tiere zu finden gibt, rundet das Gesamtbild ab und steigert die Vorfreude. Ob im Wasser oder auf dem Lande, es können große Raubtiere gesichtet werden. Im Ozean treiben die Killerwale ihr Unheil, während Bären auf den zugeschneiten Seen nach Beute Ausschau halten.
Immer mehr Liebespaare kommen hierher. Sie wollen fernab der Hektik der Großstädte die Ruhe und Zweisamkeit genießen und gemeinsam in Eskimo-Iglus übernachten oder die imposanten Sonnerunter- und -aufgänge vom Schiff aus beobachten. Die Eskimos sind es auch, die zwar nicht immer gastfreundliches Verhalten zeigen, jedoch auch oft von Reiseveranstaltern für touristische Dienste oder exklusive Übernachtungsmöglichkeiten bezahlen. So profitiert hier der Einheimische auch wieder von der Belastung, die es für ihn mit sich führt, wenn eine Hundertschaft an Europäern sein Territorium besetzt.
Alaska muss man mögen, denn wer die Kälte hier nicht erträgt, ist wohl am falschen Ende der Welt angelangt. Für weiche Gemüter ist eine Woche Alaska sicherlich ungeeignet. Der Durchschnittswert bewegt sich im Norden durchaus bei unter -25 Grad. Doch wer sich in diesem Bereich überwunden hat, wird die fantastischen Eindrücke nie mehr vergessen. Im Süden und dem Grenzgebiet zu Kanada jedoch lässt sich auch ausgezeichnet Wintersport betreiben. Egal welche Sportart, dank dem Ambiente lässt sich hier perfekt der Eisstock führen oder man schnallt sich gleich die Skier an und versucht sich auf einer der unendlich langen Abfahrten der unbefahrenen Pisten Süd-Alaskas. Auch für Freunde des Heliskiings ist diese Zone ein Bereich, der ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Man zahlt zwar ein kleines Vermögen für Ausflüge dieser Art, doch dürfte es ein unvergesslicher Augeblick sein, bei Morgengrauen mit dem Helikopter über die Berge zu fliegen und dann auf dem höchsten Gipfel abzuspringen, um die endlosen Abfahrten hinabzugleiten.
Als geeigneten Start für eine Reise durch Alaska eignet sich der Katmai Nationalpark. Das Wetter kann sich hier rasch binnen Sekunden ändern und die Sonne verschwindet, um dunklen Wolken den Vortritt zu lassen. Hier gehört die Welt den Tieren. Der König ist hier sicherlich der Grizzly Bär. Rund um die Brooks Falls sind die Übernachtungsmöglichkeiten jedoch immens teuer geworden. Einheimische Ranger haben gemerkt, dass sich damit eine Menge Geld verdienen lässt und so kosten 3 Nächte im Vierbettzimmer pro Person weit über 1000 Euro. Etwa 2000 Braunbären leben noch hier. Diese sind vor Allem dann anzutreffen, wenn im Juli die Lachse flussaufwärts ziehen. Hier versammeln sich gut und gerne 50 Bären auf einmal um die Brooks Falls zum Fischfang. Bevorzugt tote Lebewesen, jedoch müssen diese frisch verendet sein. Ein leichter Job für die Grizzlys, die teilweise nur zu warten haben, bis ein Lachs ihnen ins Maul springt. Die am Ufer spielenden Bärenkinder vertreiben sich die Zeit mit dem Erforschen der Spielmöglichkeiten und dem Beobachten der Eltern. Immerhin sind im nächsten Jahr sie selbst an der Reihe, diesen Fischfang zu erledigen.
Unglaublich, dass ausgewachsene Männchen bis zu 30 Kilogramm Lachs pro Tag zu sich nehmen können.
